Galerie Nierendorf, parallel noch eine Ausstellung!

Ein Besuch in der Hardenbergstraße 19 wurde hier bereits dringen empfohlen, um die „114 Werke von 38 Künstlern des zwanzigsten Jahrhunderts“ auf keinen Fall zu verpassen. Es lohnt sich für Interessierte an bildender Kunst noch mehr dadurch, dass seit September 2024 nur noch bis zum 03. März 2025 eine weitere Ausstellung läuft: „Zwischen München und New York. Leben und Werk von Josef Scharl“! Die Galerie ist Dienstag bis Freitag von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, sowie nach Vereinbarung. Sie ist in direkter Nachbarschaft der für herausragende Fotokunst bekannten C/O-Galerie zu finden.

Wer von Josef Scharl noch wenig oder gar nichts gehört und gesehen hat, ist nicht allein auf der Welt, sollte aber Offenheit und Interesse mitbringen, daran etwas zu ändern. Die allerbeste Gelegenheit dazu bietet unser „Spitze“-Mitglied Ergün Özdemir-Karsch. Dafür gebührt ihm großer Dank, auch für die Ausgabe 112 der schon legendären „Kunstblätter“, diesmal ganz Josef Scharl gewidmet. Der von 1896 bis 1954 lebende großartige Künstler hat zwei Weltkriege nicht ungezeichnet und unbeeindruckt überlebt. 1933 gab es seine erste Einzelausstellung in der Galerie Neumann-Nierendorf in Berlin. Kurz darauf wurden seine Werke in Nürnberg als Beispiele für „entartete Kunst“ vorgestellt. 1938 emigrierte Scharl nach einem Schweiz-Aufenthalt in die USA, von wo er nicht zurückkehrte. Auch dort wurde er durch die Galerie Nierendorf gefördert. Er wurde zugleich durch Albert Einstein unterstützt. Zwischen beiden gab es einen intensiven Briefwechsel. Auch einen Besuch von Josef Scharl bei Albert Einstein in Princeton gab es.

Die Serie der Ausstellungen von Scharl-Werken vor wie nach seinem Tod ist ansehnlich, auch in Deutschland. Das Interesse an seinem Werk hat ganz gewiss mit dessen hoher Qualität und der thematischen wie stilistischen Vielfalt im Laufe seines Lebens zu tun. 2004 und 2016 fanden in der Galerie Nierendorf Berlin Gedächtnisausstellungen statt. 2024 war es wieder soweit. Und bis Anfang März sollte die Chance nicht verpasst werden, einen herausragenden Künstler in der Hardenbergstraße 19 zu bewundern!

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