Was unser „Spitze“-Mitglied Ergün-Özdemir-Karsch präsentiert, ist immer wieder sensationell! Die aktuelle Ausstellung läuft noch bis zum 31. Juli 2026. Gezeigt wird: „Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein. Die Graphik im Fokus“.Was in großer Zahl und Bandbreite im Original zu besichtigen ist, läßt den Atem vor Bewunderung stocken.
Die Künstlervereinigung „KG Brücke“ hat wirklich Revolutionäres produziert. Schmdt-Rottluff (1884 – 1976) gehörte zu den Gründern, Pechstein (1881 – 1955) war einige Jahre aktives Mitglied. Wie immer in dieser sehr speziellen Galerie bekommt man nicht allein über die ausgestellten Werke einen Eindruck von Gedankenwelt und künstlerischer Entwicklung der Präsentierten, sondern auch viele Informationen zu den Biographien und zeitgeschichtlichen Hintergründen. Die Nummer 115 von „kunstblätter der Galerie Nierendorf“ bietet höchste Informationsdichte, gut lesbar, sowie hochwertige Abbildungen in einem vorbildlich gestalteten Heft zum kleinen Preis!
Erneut erweisen sich die Räume der Galerie als eigentlich zu klein für die Vielzahl der Schätze, die eine großzügigere Hängung verdient hätten. Holzschnitte, Lithographien, Radierungen, Stiche – auch technisch wird umwerfend viel geboten. Farbtupfer bleiben Ausnahmen. Wie hervorragend Schmidt-Rottluff und Pechstein harmonieren, auch wo sie getrennte Wege beschritten, wird überzeugend deutlich. Ergänzt werden deren Werke auf spannende Weise durch mehr oder weniger kleine Skulpturen von Ernst Barlach (1870 – 1938), Wilhelm Lehmbruck (1881 – 1919) und Gerhard Marcks (1889 – 1981) Auch diese Kombination ist ein Volltreffer!
Hingewiesen werden muss auf die Parallelausstellung „Aus dem Kabinett 50. 107 Werke von 34 Künstlern des zwanzigsten Jahrhunderts“, zu besichtigen noch bis zum 06. November 2026! Hierzu an dieser Stelle nur wenige der bekannteren Namen: Max Beckmann, Giogio de Chirico, Marc Chagall, Lovis Corinth, Otto Dix, August Wilhelm Dressler, Conrad Felixmüller, Erich Heckel, Oskar Kokoschka, Otto Müller, Max Liebermann, Emil Nolde und auch Pablo Picasso! Die hier Unterschlagenen bieten ähnliche Qualität.
Auf der Galerie-Website, verlinkt mit dieser, besteht stets die Möglichkeit, die ausgestellten Werke anzusehen, immerhin. Der Unterschied, alles im Original unmittelbar vor Augen in Ruhe genießen zu können, ist natürlich gewaltig – ein tolles Erlebnis, auf das man nicht verzichten sollte!
Dringlichste Empfehlung!
Bernd